Skip to main content


hypebot reshared this.

in reply to Stefan Müller

@Stefan Müller "Vielleicht hilft dann mal autonomes Fahren." - das wird nicht mehr lange dauern. Ich lebe in einer dörflichen Gemeinde, wo drei eAutos (noch mit Fahrer*in) auf [An,Zu]ruf jede/n innerhalb der Gemeindegrenzen kostenlos bringt oder abholt. Das ist ein Pilotprojekt, welches jetzt ausläuft, aber weiter geführt und erweitert werden soll auf einen Verbund mit mehreren Nachbargemeinden. Wenn das autonom funktioniert, ist ein günstiger Zubringer zum ÖPNV und für die Nahversorgung geschaffen.
Ich hoffe, dass das in den nächsten 1-5 Jahren endlich autonom funktioniert. In HH und H beginnen IMHO die ersten Feldversuche in DE.
in reply to diritschka

Sowas könnte ich hier bei uns auch gebrauchen. Ich wohne auf dem Land ohne Führerschein. Und der ÖPNV hier ist ein Witz. Es gibt immerhin Rufbusse, aber da muß man auch jedes Mal längerfristig vorplanen und Reisezeit mitbeingen.

@stefanmuelller

in reply to levampyre

@levampyre @diritschka
Jep. Auf die Mobilität auf dem Land sollte man lieber nicht mit dem Städterblick draufschauen. Trampen im Rollstuhl macht man wohl eher ausnahmsweise, mit dem Kinderwagen 10 km zum nächsten Supermarkt laufen wohl auch.
Gegenfrage mit dem Ländlerblick: Wer braucht in der Stadt noch überhaupt ein Auto?!
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Wir arbeiten daran, die Autos in der Stadt loszuwerden. =:-)

Mir ist schon klar, dass das auf dem Land nicht so einfach ist. Aber die Antwort auf den Supermarkt in 10 km Entfernung ist natürlich der Dorfkonsum, den es ja auch mal gab. Den muss man wollen und subventionieren. Dorfkonsum dient dem Zusammenhalt, dem Austausch und ist eben gut für Alte.

Sorry, wenn ich jetzt als Städter mit komischen Ideen komme. =:-)

Zum Trampen im Rollstuhl: Diese Familie hatte bewusst kein Auto. Sie sind entweder Rad gefahren (ja, auch mit Bergen und drei Kindern) oder irgendwie anders.

Es geht prinzipiell, ist aber eben nicht massenkompatibel.

@levampyre @diritschka@squeet.me

in reply to Stefan Müller

Klar geht das. Aber solange sich einzelne Menschen bewusst und aus gewissen ideologischen Gründen aktiv dafür entscheiden müssen, wird es auch gar nicht massentauglich.
Solange ich für eine Zugstrecke von 15 km ein Ticket in Höhe von 8,40 Euro einlösen muss und dann noch mal so viel, um zurück zu kommen, dann nehme ich halt das Auto 🤷‍♀️ kostet mich nur 1-2 Euro Sprit plus evtl 1,20 Parkplatz.
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Ich vergleiche gerne mit Estland, wo ich öfter bin und mich nur mit Öffis fortbewege.
Strecke Tallinn-Tartu (180 km) kostet mit dem Bus zwischen 11 und 14 Euro. Mit dem Zug das Gleiche.
Von Tartu nach Riga (ca. 300 km) komme im neuen Schnellzug für grad mal 20 Euro.
Warum nur muss der Zug in Deutschland so teuer sein? Warum?
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Jepp, ich hab u.a. auch deshalb keinen Führerschein, weil ich in Berlin geboren und aufgewachsen bin. In einer Großstadt macht es m.E. gar keinen Sinn, privat ein Auto zu haben, nicht mal als Familie mit Kindern. Der Späti ist untem im Haus, die Kita in Laufreichweite und die Tram fährt alle 5 Minuten direkt vor der Tür. Hier auf dem Dorf sitzt meine Tochter 1h bei -8° an der Bushaltestelle in 12km entfernter Schulkleinstadt, die spontan nicht mehr bedient wird. 🤷
@stefanmuelller
in reply to levampyre

Und hey, wir haben die Kinder im ersten Jahr auch täglich mit dem Rad + Anhänger in die 12km entfernte Schule/Kita gebracht, sind ergo täglich 50km geradelt. (Meinem eRad-Monteur sind bald die Augen rausgefallen, als er meine Kilometerzahl sah.) Aber das muß man wollen. Das ist nichts, was irgendwie convenient wäre oder überhaupt machbar, wenn beide Eltern vollzeit im Schichtdienst arbeiten. Es ist unser Privileg, das leisten zu können, nicht Defizit der Anderen.
@stefanmuelller
in reply to levampyre

Und ja, von einem Dorfkonsum träume ich auch. Weiß ich aber gar nicht, wie man das hier mal eben umsetzen könnte. Das braucht einen Ort, Personal und Leute, die entsprechend Anträge stellen, Gelder aquirieren und Businesspläne entwickeln. Wiederum nichts, was Menschen leisten können, die vollzeit im Pflegedienst arbeiten, selbst wenn sie mehr als einen 8. Klasse Abschluß haben. Ich arbeite gerade daran eine Tauschbox aufstellen zu können. But again, my privilege.
in reply to levampyre

Eben. Ein Dorfladen für paar Hundert bis paar Tausend Einwohner auf die Beine zu stellen ist halt anders als das gleiche inmitten einer größeren Stadt zu machen. U.U. lohnt sich das halt nicht. Und eine größere Auswahl für eine Handvoll Leute wirst du auch nicht so einfach zusammenstellen können.
Glück, wer einen Hofladen um die Ecke hat. Meistens sind die jedoch paar Dörfer weiter. Da kannst dann auch gleich zum Supermarkt.
in reply to levampyre

Ganz genau. Aber es ging ja um eine grüne (!) Politikerin mit Mangel an Phantasie. Irgendwer (TM) muss sich darum kümmern und vielleicht gibt es da ja ein paar Grüne oder sonst wen, der das anleiern würde. Dass es nicht einfach ist, ist klar.

@Datislogitsch

in reply to Stefan Müller

Sorry, aber Einfallslosigkeit kann man einer grünen Bundespolitikerin in Bezug auf Landes- und kommunalen Entscheidungen wohl nicht vorwerfen. Das Deutschlandticket stammt von den Grünen. Sie haben sich durchgesetzt, auch wenn Verkehrspolitik weitgehend Ländersache ist. Und in einigen grün regierten Städten gibt es zumindest Versuche auch die Mobilität grüner und Öffis günstiger zu gestalten. Aber ja, Föderalismus rules.
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

in reply to Stefan Müller

Ich denke, ihr habt beide Recht, also die Politikerin mit ihrer Aussage, dass eMobilität in der Stadt nicht mit der auf dem Land vergleichbar ist und man da auf's private Auto sehr viel schwerer verzichten kann, als in der Stadt (de facto Ist-Zustand), und du, mit deiner Aussage, dass sie ja mal Visionen vom ÖPNV-Ausbau auf dem Land promoten bringen könnte. 1/
@Datislogitsch
in reply to levampyre

Aber auch die Nummer mit der geringen Bevölkerungsdichte ist hier ein echtes Problem. Bei uns am parteiübergreifenden Demokratiestammtisch der Region sitzt 1 Grünenpolitikerin und die ist grad im Krankenhaus. Linke und SPD sind etwas stärker vertreten. Aber am Ende hängt sämtliches (demokratisches) politisches Engagement an denselben 3 Hanseln. Und es brennt ja an jeder Ecke, nicht nur im Verkehrssektor. Das ist unglaublich viel Arbeit auf wenigen Schultern. 1/

@Datislogitsch

in reply to levampyre

Und, und das darfst du nicht vergessen, bei jedem demokratischen politischen Schritt, den du zu dritt oder viert gehst, gucken dir 50 Nazis mit Treckern und Russlandfahnen zu. It's no joke, very intimidating. Das, was es eigentlich braucht, um eine Gegenkultur aufrecht zu erhalten, ist Zuzug und lokales Engagement progressiver Leute. 2/2 @Datislogitsch
This entry was edited (1 day ago)
in reply to levampyre

Genau so ist es. In den kleinen Kommunen werden die Grünen mit ihren Visionen leider ausgelacht. Alleine die Anträge für besser beleuchtete Fußwege und welches Schild für Fuß-/Fahrradweg werden ohne große Nachfragen vom Rest im Gemeinderat abgelehnt.
Oder das Thema Jugendpartizipation als nicht relevant/nicht möglich/zu mühsam vom Tisch gewischt. Wenn man im Dorf als Grüne was bewegen möchte, geht das am besten noch über Vereine.
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Weiß auch nicht, ob Jugendpartizipation auf dem Land momentan die schlauste Angelegenheit ist. Jugend"arbeit" ist hier schon vielfach in Händen der AfD-Würstchenbude auf dem Stadtfest. Man müßte die Kids erst mal politisch bilden und sozialisieren, bzw. überhaupt Angebote erhalten/schaffen, wo die sich jenseits hellblauer Stammtisch-Parolen politisch sozialisieren können. Auch da braucht es Leute, die das machen und es sind wieder dieselben drei Hanseln, dies tun.
@stefanmuelller
in reply to levampyre

Das ist das Problem, dass die Heinis hier unter Jugenpartizipation nichts anderes verstehen als alle 10 Jahre mal einen Umfragebogen an Dorfjugendliche zu schicken und sich zu beklagen, wenn keiner zurück kommt.
Wir versuchen nun mit einem Verein die Jugendlichen an den Entscheidungen, die das Dorfleben betreffen, zu beteiligen und haben schon sehr gute Erfahrungen damit.
Langsam scheint der Bürgermeister das Thema zu verstehen.
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Ja, genau. Es gibt nicht mal n Jugendclub, also in unserem Dorf sowieso nicht. Aber nicht mal in der nächsten Stadt.

@stefanmuelller

in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Wahrscheinlich sind die Gehälter dort aber auch niedriger, oder?

Spanien und Portugal ist die Bahn auch billiger.

Aber das könnte natürlich auch bei uns stärker subventioniert werden. Wenn das gewollt wäre.

@levampyre

in reply to Stefan Müller

Gehälter sind schon etwas niedriger, aber auch nicht so wesentlich. Ca. 2000 € im Monat netto als Einstiegsgehalt ist vom deutschen Einstiegsgehalt (2400 €) nicht so weit weg. Es sind vor allem auch viel weniger Menschen, die diese Dienstleistung nutzen und dafür bezahlen. Allein damit lässt sich das nicht erklären, glaube ich.
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Vielleicht spielt auch das deutlich einfachere Liniennetz in Estland eine Rolle ...? Ich nutze auch öfter die Stecke Tallinn <-> Vaivara/Sillamäe. Da ist ja kaum Betrieb im Sinne von "viele Züge auf dem gleichen Gleis".
in reply to T Lisa B

Stimmt. Das Liniennetz ist noch im Ausbau bzw. Im Wiederaufbau. Trotzdem verstehe ich nicht das Kosten Verhältnis. Auf den Strecken in Deutschland habe ich doch viel mehr Passagiere und zahlende Kunden. Und mehr Nachfrage senkt doch theoretisch den Preis, oder?
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

Meine Vermutung ist, dass das kleinere Schienennetz günstiger zu unterhalten ist, die Bahn keinen Verwaltungswasserkopf und wesentlich weniger Personal und Gerät zur Instandhaltung braucht. Es fahren auch viel weniger Züge. Ich bin schon mehr als einmal von Vaivara nach Narwa zu Fuß auf den Gleisen gelaufen, weils kürzer ist und so gut wie kein Zugverkehr. Zumal eins die sowjetischen Dieselloks gut genug hört ...
in reply to T Lisa B

Ich denke auch, dass es einen Unterschied macht. Überlegt euch mal, wie hoch die Bevölkerungsdichte in D ist, 250 Menschen/km². Und das Schienennetz ist super komplex, auch wegen dem Gütertransitverkehr. Seit die Bahn privatisiert wurde, müssen große Teile des Netzes aus erwirtschafteten Geldern instand gehalten werden, während viele Menschen auf den staatlich subventionierten PKW umgestiegen sind (bevor sie in die Städte gezogen sind). Da fehlt Geld.

@Datislogitsch @stefanmuelller

in reply to levampyre

Beispielhaft: Auf der ganzen Strecke zwischen Vaivara und Narwa, eingleisig, nicht elektrifiziert, gibt es keinen einzigen beschrankten Bahnübergang und die Meisten haben weder Ampeln oder Andreaskreuze. Da braucht es auch keinerlei Wartungaufwand/Personal/Prüfintervalle.

Noch eins: Vandalismus, wie hier, habe ich in EE auch noch nie gesehen.

This entry was edited (23 hours ago)
in reply to Küpsis 🫶🇬🇱

@Datislogitsch @levampyre @diritschka Als Mensch der im Ruhrgebiet lebt kann ich sagen: Städtisches Wohnumfeld bedeutet leider nicht dass der ÖPNV gut ausgebaut wäre, insbesondere wenn Stadtgrenzen überquert werden müssen. Für meine 15-Kilometer-Pendelstrecke zur Arbeit habe ich mit der schnellsten Öffi-Verbindung knapp 60 Minuten gebraucht wenn alles perfekt lief, im Regelfall aber eher 90, manchmal 120 nach 19 Uhr.
in reply to Holger Dittmann

@HolgerTDittmann Ja, der ÖPNV darf für meinen Geschmack überall gerne noch besser werden. Aber ich weiß nicht, ob man das mit Verantwortung bei privaten Unternehmen reißen kann. Eigentlich, glaube ich, gehört öffentliche Infrastruktur in staatliche Hand und sollte nicht kapitalistischen Profitinteressen und Renditezwängen unterworfen werden.

@Datislogitsch @diritschka @stefanmuelller